Home Zahnmedizinische Fachangestellte  
Prof. Dr. Walther    

Herbstkonferenz 2010

„Wie kommt das Neue in die Praxis“ war das übergeordnete Thema des Baden-Badener Treffens. Innovation kommt von innovare. Direkt übersetzt bedeutet das sich den Dingen neu zuwenden. So führte Prof. Dr. Theo Wehner aus Zürich in das Thema ein. Das Neue ist schon in der Welt. In der Praxis und auch in der Standespolitik. Es muss entdeckt werden, damit man es sich zu Eigen machen kann. Deswegen vereinigte die Tagung Berichte sowohl aus der Praxis wie auch aus der Arbeit der Kammer.

Das vollkommen neue am didaktischen Konzept war die Vorbereitung der Gruppenvorträge. Mehrere Monate hatten die Arbeitsgruppen sich um ihr Thema bemüht, die eigene Praxis beobachtet, Daten erhoben und an Material und Formulierung geschliffen. Das Ergebnis überzeugte auf ganzer Linie – lebendige Vorträge, die die  gespannte Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zogen.

Prof. Dr. Wehner schilderte in seiner Einführung zunächst die Änderungen in der Arbeitswelt, die heute den Arbeitsalltag bestimmen. Er prägte den Begriff der „Entgrenzung“, der deutlich macht, dass sich niemand mehr sich darauf verlassen kann, ein auf Dauer abgestecktes Arbeitsgebiet zu haben. Das Neue betrifft alle und durchbricht die Reihe des Gewohnten. Das kann je nach Position des Betrachters positiv oder negativ bewertet werden. In seinem Vortrag beschrieb er die Barrieren, die dem Neuen im Wege stehen. Dazu gehören die geringe Fehlerfreundlichkeit und eine übertriebene Planungsfixiertheit. Das Neue löst immer auch Konflikte aus, die von einem Team  gemeinsam überwunden werden müssen. Es ist insgesamt schwer berechenbar. In seinen Thesen zu den Innovationen führt Prof. Dr. Wehner aus, dass diese meist nicht am Arbeitsplatz entstehen, sondern wenn man sie am wenigsten erwartet. Wer das Neue will, muss auch das Chaos akzeptieren.

Der erste Arbeitsgruppenbericht wurde von Enno Kramer, Norden,  und Dr. Christoph Kaiser, Heiligenhaus, vorgetragen. Sie berichteten wie die Innovation der Kariesinfiltration in ihre Praxen eingeführt worden ist. Ihre Schlussfolgerung: das kleinste Problem ist es, das Material richtig anzuwenden. Viel bedeutsamer ist die Fähigkeit, exakter zu diagnostizieren und den Patienten für die neue Therapieform zu gewinnen.

(Die Berichte der Bezirkszahnärztekammer wurden von Dr. Wolfgang Grüner, Karlsruhe, Dr. Robert Heiden, Karlsruhe, und Dr. Jan Wilz, Mannheim, vorgetragen.)
Dr. Grüner schilderte neue Optionen der kieferorthopädischen Therapie, die auch der Überweiser kennen und seinem Patienten empfehlen sollte.
Mit der Professionalisierung der Praxis durch die ZMV und ZMP beschäftigten sich Dr. Heiden und Dr. Wilz. Ihr Vortrag enthielt eine Fülle von Hinweisen für eine optimierte Organisation und auch Abrechnung der Behandlung.

Der Samstag gehörte wieder den zahnärztlichen Arbeitsgruppen. Nach einer wissenschaftlichen Beschreibung der neuen diagnostischen Dimension DVT durch Dr. Edgar Hirsch, Leipzig, schilderten Dr. Jörg Augenstein, Pforzheim, und Claus Pfistner, Karlsruhe, wie das DVT in die Praxis kommt. Persönliche Erfahrungen kamen genauso zu ihrem Recht wie Überlegungen zu einer erfolgreichen Praxisstrategie bei Einführung des DVT in den Praxisalltag.

Den Abschluss bildete die Arbeitsgruppe „Menschengerechte Personal- und Praxisentwicklung“. Unter der Moderation von Dr. Thomas Schilling, Tuttlingen, schilderten Christina Schräger, Rheinmünster, und Dr. Marco Wackernagel, Leipzig, die Entwicklungsstrategien ihrer Praxen, die zwar sehr unterschiedlich waren, aber doch beide auf einer Weiterentwicklung des Teamgedankens beruhten. Auch die ZFAs der betroffenen Praxis kamen zu Wort.

Die Tagung überzeugte durch hoch engagierte Referenten, die sich für ihren Auftritt intensiv vorbereitet hatten. Die Wirklichkeit besser verstehen zu können, das ist ein Anspruch jeder guten Fortbildung. In Baden-Baden wurde dieser Anspruch eingelöst.

> Bildergalerie

Master's Day und Herbstkonferenz 2010 -Das Video-

Video abspielen
In Ihrem Browser ist Javascript deaktiviert. Um die Videos auf dieser Webseite ansehen zu können müssen Sie Javascript aktivieren und die Seite neu laden.

Zusammenfassungen der Vorträge

Dr. Norbert Engel    
Dr. Thomas Schilling, M. A. und Kollegen    
Eno Kramer M. A. und Dr. Chritoph Kaiser M. A.    
Dr. Egar Hirsch    
Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Theo Wehner