Die aus straff geführten handwerklichen Gildeberufen entstandenen zahntechnischen Berufe, die später Dentisten genannt wurden, hatten ein Konzept, um Patienten zu behandeln. Ihr Schwerpunkt lag auf der Zahntechnik. Sie stellten den Zahnersatz her und setzten diesen den Patienten ein. Sie versuchten also den gesamten Herstellungsprozess bis zum Einsetzen in den Mund, in einer Hand zu vereinen. Sie legten besonderes Gewicht auf ihr handwerkliches Tun. Dieses Konzept wurde aber durch die rasante Entwicklung der Zahntechnik und der Zahnmedizin in den Jahren des Bestehens dieses Berufsstandes bis zu dessen Ende 1952 immer unpraktikabler.
erschwerend kam hinzu, dass sie auf ihren handwerklichen Wurzeln bestanden und nicht die manuelle Ausführung einer medizinischen Dienstleitung als Denkansatz in Betracht zogen und damit jede Nähe ihres Tätigkeitsfeldes zur Medizin negierten. Am Anfang des Berufstandes musste fas nur die Extraktion in dieses Konzept eingefügt werden. Mit der zeit entwickelte sich aber die Zahnerhaltung und mit ihr die Endodontie und Parodontologie, sowie die Prophylaxe immer weiter und wurden Bestandteil der Behandlung immer breiterer Bevölkerungsschichten. Der Schwerpunkt für Dentisten blieb aber ausbildungsmäßig weiter die Zahntechnik. Dass die Prothetik nun nicht länger Zahnersatz-Technik, sondern zur therapeutischen Prothetik geworden war und die Funktion jetzt im Vordergrund stand, hatten sie gedanklich nicht in ihr Ausbildungskonzept eingefügt (Leutke 1937). Noch 1951 wurden die angehenden Dentisten über 5 Jahre alleine in der Zahntechnik ausgebildet und nur ein Jahr nochmals in Zahntechnik und allen weiteren Teilbereichen der Zahnmedizin einschließlich der Prothetik. Die Schwerpunkte der Ausbildung wurden während ihres Bestehens zu wenig verschoben und den neuen Zeiten zu wenig angepasst. Das war auch nicht möglich, da sie ihre Wurzeln überbetonten und die Neuerungen nur mäßig eingliederten. Das Konzept hätte sich sonst der akademischen Ausbildung mit der Gleichbewertung aller Teilbereiche der Zahnmedizin zu sehr genähert. Sehr gut kommt dabei die Studie von Frau Luft zum Ausdruck, wie die mangelnden schulischen Voraussetzungen ein Hemmschuh bildeten. Die fehlende Wissenschaftlichkeit wurde, wie oben bereits erwähnt von den Dentisten auch selbst  formuliert. Wie von Herrn Dentist Bielert zu dem Zusammenschluss beschrieben, trieben nicht die wirtschaftlichen und nicht einmal vorrangig politischen Gründe die Beseitigung des Dualismus voran, sondern andere Faktoren.
Das Konzept, dass der gesamte Arbeitsablauf der Herstellung des Zahnersatzes in einer Hand lagen (Produktionstiefe), geriet von zwei Seiten unter Beschuss. Auf der einen Seite hatte sich bereits eine hoch spezialisierte Zahntechnik mit eigenem Meistertitel etablieren können. Durch ein Vorgespräch mit einem Interviewpartner wurde meine Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt, dass dieser bei einem ganz ausgezeichneten Dentisten mit einem wohlhabenden Patientenstamm in einem großen Praxislabor die Lehre beendete. Die angehenden Dentistenassistenten sollten möglichst alle einen Lehrvertrag bei einem Dentisten abschließen, wie Frau Luft schreibt. Der Interviewte hob hervor, dass in diesem Labor bereits Stahlguss, sowie Jacketkronen und andere Dinge mit modernen Materialien, wie Kunststoffen statt Kautschuk, hergestellt wurden. Durch die anschließende Nachfrage in den anderen Interviews wurde deutlich, dass die restlichen von mir interviewten Kollegen nicht mit diesem Standard ausgebildet worden waren. So war die zahntechnische Ausbildung der Dentisten von der allgemeinen Zahntechnik bereits abgekoppelt. Viel Geld für zahntechnische Geräte hätte für Praxislabors sonst ausgegeben werden müssen. Auf der anderen Seite nahm eben auch die Zahnmedizin ihre stürmische Entwicklung, die in der kurzen Institutszeit nicht mehr zu bewältigen war. So hatte diese starre Ausbildungsordnung nur geringe Zukunftschancen. Wahrscheinlich hatte dieses Ausbildungssystem nur so lange überlebt, da es insgesamt hochwertig war und zudem die Zeiten in denen die Dentisten erfolgreich waren 2 Weltkriege – das bedeutet, dass die Zahnärzte zur Versorgung von Kriegsverletzten herangezogen wurden – und ein totalitäres System mit wirtschaftlich sehr schlechten Zeiten überspannte. Außerdem konnten die Dentisten mit ihrer guten Organisationsstruktur schnell auf politische Veränderungen reagieren.
Ein weiterer Faktor des langen Überlebens dieses Ausbildungsweges bestand auch darin, dass die Zahnärzte vor 1952 nicht bereit waren akzeptable Übernahmebedingungen für die bereits ausgebildeten Dentisten zu schaffen.

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