Thierse    

 

"Zukunft Ost.
Die deutsche Einheit in europäischer Perspektive"

Aus dem Vortrag:

Wolfgang Thierse überzeugte das Publikum mit einer engagierten wenngleich nüchternen Analyse des gegenwärtigen Zustands und der Zukunftsfähigkeit der neuen Bundesländer. Die erste Phase des Aufbaus Ost, die im Wesentlichen aus der Übernahme des westlichen Vorbildes bestand ist, kann als erfolgreich abgeschlossen betrachtet wrden. Drei Herausforderungen stellen sich jetzt für die Zukunft: Erstens muß noch einmal nachgedacht werden über die Demokratiegestaltung in Ostdeutschland, über die wirkliche Aneignung und Nutzung demokratischer Institutionen. Zweitens ist dringend die Frage zu diskutieren, wie in der zweiten Phase des Aufbaus Ost eine echte wettbewerbs- und zukunftsfähige Wirtschaft geschaffen werden kann. Und drittens ist zu überlegen, wie Ostdeutschland beides - politische Stabilität und wirtschaftliche Prosperität - nicht trotz, sondern Vermittels des europäischen Einigungsprozesses fördern kann." Thierse blickt optimistisch in die Zukunft. Die neuen Bundesländer bergen viele Chancen für Deutschland und Europa, die es zu nutzen gilt.
"Es geht darum, Ostdeutschland als Anbieter von Dienstleistungen und Produktionen zu qualifizieren, die sowohl im Osten als auch im Westen der zukünftigen EU nachgefragt werden. Ostdeutsche können außerdem Erfahrungen einbringen, über die man im Westen so nicht verfügt: Erfahrungen aus Zeiten des rasanten Umbruchs, Kompetenzen, die auch für Osteuropäer noch lange wichtig sind.
Es ist an der Zeit Weichen zustellen: Weg vom "weiter so" und hin zu einer neuen innovativen Politik für Ostdeutschland.