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Aus den Erkenntnissen dieser Dissertationsstudie lässt sich der Fehler vom
Misserfolg abgrenzen. Der Fehler oder Irrtum ist ein Abweichen von einer Regel, als
Ursache unabhängig von der Schwere der Folgen, lokalisierbar, zeitlich begrenzt
und gilt dem Professionellen als vermeidbar. Der Misserfolg demgegenüber ist ein
den Erwartungen gegenläufiges Geschehen, schwerwiegend unabhängig von der
Ursache, fortgesetzt, prozesshaft, meist nicht eindeutig auf eine Ursache
zurückführbar und kann, aber muss nicht mit einem Fehler assoziiert sein. Für die
Fälle beziehungsbasierter Misserfolge konnte gezeigt werden, dass die
entstehenden Muster eines Double Bind Geschehens nicht abhängig von der
Ausgangsqualität der Beziehung sind und in einer degressiven Interaktionsspirale
virulent werden können. Diese fixieren sich auf einer Exterritorialisierung, der
externen Attribuierung und der asymmetrisch verschobenen Interaktion zwischen
Professionellem und dem Patient als Laien. Das Einsetzen des professionellen
Expertenwissens mündet unerwartet in einer Nicht-Vermittelbarkeit von Problem
und Lösung, was in den Fallverläufen schließlich zum Aufdehnen der dualen Arzt-
Patienten-Beziehung führt in Form des Hinzuziehens anderer, nicht am Fall
Beteiligter, die sich in ihrer Nähe zum Interaktionsbezug immer weiter entfernen.
Versagen auch diese Rettungsversuche, so wird der Fall schließlich gänzlich
exterritorialisiert und beendet.

Bezüglich der Methodik des Triadengesprächs zeigt sich in der formalen Analyse,
dass die Aufarbeitung professioneller Misserfolge insbesondere mit dem
Methodeninventar des Triadengesprächs möglich ist. Die Sinnhaftigkeit des
Einsatzes des Triadengesprächs zeigt sich in der Fähigkeit zur Reflexionsanregung,
der Hilfestellung durch Deutungsangebote und vorgeschlagene Handlungs-
alternativen aber auch der Verarbeitung noch belastender und bisher nicht gelöster
Fallanforderungen. Die triadische Konstellation mit reflektierenden und zirkulären
Fragen des Laien und des beisitzenden Experten ist Kennzeichen der Interviewteile,
in denen fallrelevante Umstände konkretisiert und in das Zentrum der
Fallaufarbeitung gerückt werden. Oft spannt sich dabei ein neuer langer Erzählteil
seitens des Interviewten auf durch die Neuausrichtung der Fallreflexion auf
Anregungen des Laien oder des beisitzenden Experten. Der Laie bringt dabei
mitunter Anliegen aus einer Verständnisebene vor, die dem Patienten ähnelt,
während der beisitzende Experte im evaluierenden Dialog multipel fachliche
Vorgehensweisen sichert.

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